Wie halte ich meine guten Vorsätze ein?

Vorsätze – Jedes Jahr das Gleiche

Es ist wieder soweit: Seit gefühlt 250 Jahren nehme ich mir regelmäßig vor endlich gesünder zu leben, abzunehmen und mehr Sport zu machen. Ja ja, diese guten Neujahrsvorsätze werdet ihr jetzt denken. Aber Pustekuchen, das hat nix mit dem Jahreswechsel zu tun. Ich nehme mir das auch unter dem Jahr sehr oft vor, kann meine Vorhaben aber einfach nicht richtig durchziehen. Jedoch ist Neujahr ein schöner Impulsgeber, die Zeitrechnung wird quasi auf Null gestellt und man hat die „ultimative“ Chance es besser zu machen als letztes Jahr.

„In 2017 werde ich schlank, sportlich und schön, lebe furchtbar gesund, rauche nie wieder, lese 100 Bücher, werde superschlau und ordentlich, kaufe mein Fleisch beim Metzger um die Ecke, trinke nur noch Bio-Fairtrade-Kaffee, produziere keinen Müll mehr und außerdem rette ich die Welt, ist doch klar!“

Alles klappt sowieso nicht. Spätestens am 8. Januar sitzt man dann deprimiert auf dem Sofa und futtert Schokolade, weil man die guten Vorsätze schon wieder in den Sand gesetzt hat. Und dann lässt man es lieber wieder ganz bleiben, weil die Motivation komplett dahin ist. Es hat doch jetzt  eh keinen Sinn mehr. Zumindest ist das bei mir so.

Was ich dieses Jahr anders machen will

Doch dieses Jahr bzw. dieses Mal habe ich einen Plan und möchte strukturierter vorgehen: Natürlich muss man sich vorher gut überlegen, was man erreichen möchte und wie man das dann am besten umsetzen kann. Mein übergeordnetes Ziel ist Zufriedenheit, ich will meine innere Mitte finden und das Leben genießen. Was brauche ich dafür? Ich will wieder gesünder leben und etwas abspecken, deswegen nehme ich mir vor auf meine Ernährung zu achten und mehr Sport zu treiben. In diesem Jahr möchte ich viel reisen, deswegen muss ich etwas Geld sparen und auch mal verzichten. Und mein Ziel ist es meinen Master möglichst gut und möglichst schnell zu beenden, deswegen muss ich mich auf meinen Hintern setzen und die letzten Prüfungen konzentriert angehen.

Ich habe mir vorgenommen mit kleinen Schritten ans Ziel kommen, meine Vorhaben jede Woche neu zu definieren und an die kommenden Gegebenheiten anzupassen – wenn mich meine eigenen Ziele zu sehr unter Druck setzen, bin ich schnell überfordert. So kann man sich dann langsam steigern und auch seine Grenzen erkennen. Man sollte nicht vergessen realistisch zu bleiben und auch auf seine Bedürfnisse zu hören.

Ich schreibe mir meine Wochenziele jeden Sonntag auf und hänge sie mir über meinen Schreibtisch. So kann ich eine Strichliste führen und Erreichtes abhaken, sowas finde ich immer sehr befriedigend. Die Visualisierung zeigt, was man schon alles getan hat und motiviert dazu noch mehr „Häkchen“ zu setzen. Man darf diese Liste jedoch nicht mit einer „To-Do-Liste“ verwechseln. Sie hilft mir dabei meinen eigenen Wünsche zu erfüllen, denn die Punkte sind quasi freiwillig und es ist eine Anleitung nur für mich.

             Gute Vorsätze (3)

Scheitern – was nun?

Und wenn man die guten Vorsätze der Woche nicht alle erreicht hat, dann sollte man trotzdem den Fokus auf das setzen, was man bewirkt hat. Jede Woche hat man eine neue Chance und kapitulieren kommt gar nicht in Frage. Wenn man diese Woche nur zweimal -statt wie geplant dreimal – Joggen war, hat man trotzdem etwas Gutes für sich selbst getan. Dies ist noch lange kein Grund, alles wieder hinzuschmeißen.

Es ist menschlich, dass man manchmal schwach wird und nicht immer alles nach Plan läuft. Manchmal ist der Döner genau das Richtige, manchmal ist es wunderschön einfach den ganzen Tag auf der Couch zu fläzen und Serien zu schauen. Dafür powert man sich dann an anderen Tagen wiederum aus und sprüht nur so vor Motivation. Scheitern ist kein Problem, nur Aufgeben sollte keine Option sein. Nur weil man einen Schritt zurückgegangen ist, sollte man nicht komplett wieder umkehren. Man ist schon auf dem richtigen Weg.

Die erste Woche – ein Fazit

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Die erste Woche ist nun fast vorbei. Die Liste hat mir sehr geholfen meine Ziele im Auge zu behalten. Ich war zwar nur einmal Joggen und einmal Bouldern, aber dafür war ich am Freitag mit Freunden zwei Stunden im Schnee spazieren.

Heute Abend esse ich nochmal Bratwürste mit Pastinakenpüree und Rote-Bete-Salat, also kann ich bei meinem zweiten Punkt (abends Low Carb essen) auch noch einen Strich machen. Da ich diese Woche zweimal zum Essen eingeladen war, habe ich es nicht geschafft viermal abends Low Carb zu essen. Dafür habe ich eine tolle Zeit mit Freunden und Familie verbracht. Manchmal muss man seine Ziele den Umständen anpassen und darf sich dann auch nicht grämen.

Die 10 Euro konnte ich gleich zu Anfang der Woche in mein Sparschwein stecken, so dass der Punkt sofort erledigt war. Ich denke, es ist wichtig „leichte“ Ziele mit einzubauen, denn so bleibt man motiviert.

Am Nachmittag setze ich mich nochmal an meine Hausarbeit, so dass der letzte Punkt dann auch abgehakt ist. Im Endeffekt habe ich nicht alle Ziele erreicht, aber ich bin trotzdem zufrieden. Es spornt mich an, nächste Woche weiterzumachen!

Und das Wichtigste ist, dass man seinen Humor dabei nicht verliert.

                   Ziele

Wie geht ihr an eure Vorsätze ran? Was macht ihr, wenn ihr „scheitert“?

1 Kommentar

  1. Danke für den Beitrag. Den finde ich echt interessant!

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